CCR Tauchtraining
Nach dem Abschluss des CCR-Kurses begann die nächste Etappe – intensives Training und die gezielte Weiterentwicklung der Fähigkeiten. Der Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit hohem und niedrigem PPO₂, dem bewussten Gasmanagement, dem Spülen des Rebreathers sowie dem Festigen wichtiger Notfallprozeduren. Es ist die Phase, in der Sicherheit aufgebaut, Reaktionen automatisiert und der Umgang mit dem CCR in anspruchsvoller technischer und Höhlenumgebung weiter verbessert wird.
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CCR Kiss Sidewinder I
Kiss Sidewinder Trening
Im Tauchen mit dem CCR KISS Sidewinder ist nicht die Ausrüstung selbst der entscheidende Faktor, sondern die Fähigkeit, sie in jeder Situation bewusst und präzise zu bedienen. Das Beherrschen der Skills, also der Verfahren und Reaktionen auf unterschiedliche Szenarien, bildet die Grundlage für sicheres Tauchen. Dies betrifft sowohl die Kontrolle des Sauerstoffpartialdrucks in der Atemschleife als auch das Reagieren auf Notfallsituationen wie Hypoxie, Hyperoxie oder einen Anstieg des Kohlendioxidgehalts.
In der Praxis bedeutet dies die kontinuierliche Überwachung des PPO₂ sowie die Fähigkeit, die Gase manuell zu steuern. Der Taucher muss Abweichungen von den Sollwerten schnell erkennen und sofort die richtigen Maßnahmen ergreifen. Bei zu niedrigem Sauerstoffpartialdruck ist eine entsprechende Zugabe von Sauerstoff erforderlich, bei zu hohem PPO₂ muss die Mischung verdünnt werden. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, einen Loop-Flush durchzuführen, um schnell wieder sichere Atemparameter herzustellen.
Einer der wichtigsten Aspekte der Ausbildung ist das Beherrschen von Notfallprozeduren. Dazu gehören unter anderem der Wechsel auf Bailout, das Schließen von Ventilen, das Abkoppeln von Schläuchen bei defekten MAVs sowie der Umgang mit unkontrolliertem Gaszufluss. All diese Handlungen müssen flüssig, ohne Zögern und ohne Nachdenken über die einzelnen Schritte ausgeführt werden. In einer Stresssituation bleibt keine Zeit für Analyse – entscheidend ist die sofortige, korrekte Reaktion.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Gefahr durch Kohlendioxid. Hyperkapnie ist eines der gefährlichsten Szenarien im CCR-Tauchen, da sie sich oft unbemerkt entwickelt und sehr schnell zum Kontrollverlust führen kann. Daher ist es entscheidend, die Symptome frühzeitig zu erkennen und sofort auf offenen Kreislauf zu wechseln sowie den Tauchgang abzubrechen.
Ebenso wichtig ist das Management der Atemschleife. Dazu gehört die Kontrolle des Gasvolumens, ein ruhiges und kontrolliertes Atemverhalten sowie das Halten eines stabilen PPO₂. Ein falsches Loop-Management führt zu Auftriebsproblemen, instabiler Wasserlage und erhöht das Fehlerrisiko. Im CCR wird die Atmung zu einem aktiven Kontrollinstrument und nicht nur zu einem physiologischen Prozess.
Ein weiterer zentraler Punkt ist das Gas- und Ausrüstungsmanagement. Der Taucher muss auf Situationen vorbereitet sein wie Sauerstoffmangel, fehlendes Diluentgas oder beschädigte Schläuche. Dazu gehört auch das schnelle Schließen von Ventilen und das gezielte Isolieren von Problemen. Gleichzeitig ist die korrekte Vorbereitung der Ausrüstung vor dem Tauchgang von entscheidender Bedeutung. Fehler beim Zusammenbau des Rebreathers, beim Packen des Scrubbers oder bei der Überprüfung der Sensoren sind häufige Ursachen für schwerwiegende Probleme unter Wasser.
Ein wesentlicher Bestandteil ist zudem die Kontrolle von Tarierung und Trim. Im CCR ist eine stabile Wasserlage und präzise Bewegungssteuerung unerlässlich, insbesondere in Overhead-Umgebungen wie Höhlen oder Bergwerken. Der Taucher muss in der Lage sein, seine Position ohne unnötige Korrekturen zu halten und dabei Atmung sowie minimale Bewegungen gezielt einzusetzen.
Alle diese Fähigkeiten verfolgen ein gemeinsames Ziel: Sicherheit. Das Training der Skills dient nicht nur dem Bestehen eines Kurses, sondern der Vorbereitung auf Situationen, in denen etwas schiefgeht. Regelmäßiges Wiederholen der Abläufe fördert das Muskelgedächtnis und ermöglicht automatisches Handeln unter Stress. Dadurch ist der Taucher in der Lage, Notfallsituationen ruhig und kontrolliert zu bewältigen, ohne in Panik zu geraten.
Im CCR-Tauchen muss davon ausgegangen werden, dass Störungen und Ausfälle auftreten werden. Der entscheidende Unterschied liegt darin, ob der Taucher darauf vorbereitet ist. Skills sind das Werkzeug, das diese Vorbereitung ermöglicht.
Kiss Sidewinder Trening MAW Free-Flow
KISS Sidewinder High ppO₂ Training
Kiss Sidewinder Low ppO₂ Trening
Kiss Sidewinder Trening Oxygen Cell Verification
Tauchtraining im offenen Kreislauf
Open Circuit Trening
Das Training im offenen Kreislauf (Open Circuit) wirkt am Anfang einfach und intuitiv, zeigt aber mit der Zeit, wie entscheidend Details und Wiederholbarkeit sind. Es ist ein System, das mehr verzeiht als ein CCR, gleichzeitig aber Fehler sehr schnell sichtbar macht, wenn Kontrolle und Bewusstsein fehlen.
Zu Beginn erscheint alles vertraut – das Atmen ist natürlich, die Reaktionen sind direkt und die Ausrüstung funktioniert vorhersehbar. Mit zunehmender Erfahrung richtet sich der Fokus jedoch auf andere Aspekte: Gasverbrauch, stabile Tarierung, Atemkontrolle und das eigene Arbeitstempo unter Wasser. Genau diese Faktoren bestimmen die Qualität des Tauchgangs.
Unter Wasser ist die Atmung unmittelbar mit der Kontrolle verbunden. Jeder Atemzug beeinflusst die Tarierung, jede Veränderung der Atemfrequenz wirkt sich auf den Gasverbrauch aus. Mit der Zeit wird das bewusst gesteuert und die Atmung wird zu einem Werkzeug und nicht nur zu einem automatischen Vorgang.
Das Open-Circuit-Training vermittelt zudem ein starkes Bewusstsein für das Gasmanagement. Die verfügbare Gasmenge ist begrenzt und jederzeit sichtbar, was zu Planung, Voraussicht und Kontrolle während des gesamten Tauchgangs zwingt. Der Finimeter wird nicht nur zum Messinstrument, sondern zu einem zentralen Element der eigenen Strategie.
Während der Übungen entstehen Situationen, die sofortiges Handeln erfordern – Gasverlust, Probleme mit dem Atemregler oder das Teilen von Gas. Alle Abläufe müssen schnell, ruhig und kontrolliert durchgeführt werden. Genau hier entsteht Sicherheit im Handeln und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Auch die Bewegung unter Wasser verändert sich. Sie wird ruhiger, effizienter und bewusster. Jede unnötige Bewegung führt zu höherem Gasverbrauch und weniger Kontrolle. Trim und Tarierung gewinnen zunehmend an Bedeutung, insbesondere in technischen oder Overhead-Umgebungen.
Im Gegensatz zu komplexeren Systemen liefert Open Circuit unmittelbares Feedback. Fehler werden sofort spürbar. Zu schnelles Atmen führt direkt zu höherem Gasverbrauch, mangelnde Kontrolle wirkt sich unmittelbar auf die Wasserlage aus. Dadurch ist das Training sehr direkt und fördert schnell das eigene Bewusstsein.
Mit der Zeit entsteht etwas Entscheidendes – Einfachheit und Sicherheit. Die Ausrüstung wird zur Selbstverständlichkeit und steht nicht mehr im Fokus. Dadurch kann sich der Taucher vollständig auf die Umgebung und den Tauchgang konzentrieren.
Deshalb ist es sinnvoll, vor dem Wechsel auf ein CCR eine solide Grundlage im offenen Kreislauf aufzubauen und Ausbildungen mindestens bis zum Niveau „Decompression Procedures“ zu absolvieren. Dies erleichtert den späteren Umgang mit Bailout-Prozeduren erheblich, die im Falle einer Rebreather-Störung entscheidend sind. Die Fähigkeit, Gas zu managen, kontrolliert aufzutauchen und unter Stress richtig zu handeln, überträgt sich direkt auf das sichere Tauchen mit CCR.
Das Open-Circuit-Training vermittelt grundlegende Fähigkeiten, die dauerhaft bleiben – Atemkontrolle, Gasmanagement, Stabilität und Reaktionen in Notfallsituationen. Es bildet die Basis für jedes weiterführende, anspruchsvollere Tauchen.
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Ziel und Umfang des Trainings
Dieses Training konzentriert sich auf Fähigkeiten, die im technischen Tauchen ohne Zögern funktionieren müssen – ruhig, bewusst und unter voller Kontrolle. Wir verbessern den Umgang mit der Ausrüstung, das Gasmanagement sowie stabile, kontrollierte Aufstiege, ebenso wie Kommunikation und Teamarbeit in Situationen mit erhöhter Belastung.Die Übungen werden methodisch und wiederholbar aufgebaut, um belastbare Handlungsabläufe zu automatisieren. Besonderen Wert legen wir auf präzise Bewegungen, eine saubere Ausrüstungskonfiguration sowie kontrolliertes, „sauberes“ Fortbewegen in Overhead-Umgebungen und während der Dekompression.
Ziel des Trainings ist nicht Tempo, sondern Routine, Kontrolle und Handlungssicherheit unter Wasser – in jeder Situation.






